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YBURG

Kaum eine andere Burg, die bei einer Fahrt entlang der A5 durchs Badische Rheintal zu sehen ist, erscheint so imposant wie die Ruine Yburg. Sie liegt am westlichen Rand des Schwarzwalds zwischen der Stadt Baden-Baden und dem Vorort Neuburg.

Hier haben wir eine Nacht im schönen Hotel Heiligenstein verbracht. Direkt nach dem Frühstück haben wir dann schnell gepackt, denn unser Tagesziel war das Weinhotel Fritz Walter in der Pfalz. Doch vorher wollten wir uns bei herrlichem Wetter mit viel Sonne und blauem Himmel noch Baden-Baden ansehen.

Der Weg dorthin führte uns über die Yburg, die am Übergang von der Oberrheinischen Tiefebene zum Schwarzwald auf dem Gipfel des 520,1 m ü. NHN hohen Ybergs liegt. Der Name Yberg geht auf Eibenberg zurück, also einen mit Eiben bestandenen Berg. Die Ruine ist das Wahrzeichen des Baden-Badener Reblandes und der Ortschaften Steinbach, Neuweier und Varnhalt.

Von Neuweier aus folgten wir einer schmalen Straße bergauf, die zuerst vorbei an malerischen Weinbergen und dann durch den Wald führt. An diesem Samstagmorgen waren schon einige Radfahrer hier unterwegs, gut, dass wir so früh aufgebrochen waren. Irgendwann gab es eine ausgeschilderte Abzweigung zur Burg und wir konnten direkt vor dem Zugang parken.

Wahrscheinlich wurde diese ehemalige Ritterburg um 1200 gebaut, in der ersten bekannten Bauphase wurden der westliche Bergfried und die Ringmauer erstellt. Einst gehörte sie den Markgrafen von Baden und hatte eine besondere strategische Bedeutung: Sie diente dazu, die südwestliche Grenze der Markgrafschaft Baden-Baden zu sichern. Bewohnt und verwaltet wurde die Burg bis 1369 von so genannten Ministerialen aus der Familie Röder von Rodeck, Beamte, die im Dienst der Markgrafen von Baden standen.

Von der ursprünglichen Burg sind heute nur noch Mauerreste und der Turm erhalten. Wie so viele Burgen wurde auch diese im Laufe der Jahhunderte immer wieder Opfer von Fehden, die Besitzer wechselten und Vögte aus verschiedenen Geschlechtern haben auf der Burg gewohnt. Zwei Mal wurde alles im Laufe der Geschichte zerstört und wieder aufgebaut.

Im Pfälzischen Erbfolgekrieg 1689 kommt es zur folgenschwersten Zerstörung der Yburg, die noch 200 Jahre nachwirken sollten. Außer der Burg werden auch Steinbach und Baden-Baden und die beiden Badener Schlösser in Schutt und Asche gelegt. Die Franzosen zerstören die Dächer der Häuser, plündern die Vorräte und legen schließlich alles in Brand. Bürger die sich wehren, werden erschossen.

Ein Blitzschlag spaltet 1781 den Ostturm und ab 1792 wurde den Einwohnern von Steinbach erlaubt die Burg als Steinbruch für den Bau der Neuweierer Brücke zu nutzen. Zwei weitere Blitzeinschläge 1840 und 1987 fügen dem Turm weitere Schäden zu.








Im Burghof

Die Burganlage betritt man durch den Torzwinger, einst eine speziell eingebaute Hürde für Angreifer. Im Inneren angekommen muss man nicht Hungern, denn die Gaststätte Schweizerhaus bietet hier Gastronomie im rustikalen Stil eines Forsthauses mit einigen skurilen Kunstobjekten rundum. Bei unserer Ankunft am Morgen war hier allerdings noch nicht geöffnet.

Im Sommer zieht die schöne Außenterasse mit Blick auf Baden-Baden sicher viele Ausflügler hierher und im Inneren werden gerne "Entflammte, am Galgen hängende Leckerbissen" serviert. Montag und Dienstag ist hier Ruhetag.

Von 1888 bis 1913 wurde die Burg restauriert und diese Gaststätte eingerichtet. Das Haus wurde im Jahre 1892 über den Grundmauern des früheren Palas errichtet, die Gaststätte erfuhr dann 2000/01 eine gründliche Sanierung. Die letzte Bautätigkeit an der Burgruine hier oben waren Restaurierungen im Mauerwerk und 1977 die Schließung einer Bresche in der nördlichen Ringmauer.

Man kann ohne Eintritt überall innerhalb der Mauern herumwandern, es waren an diesem Morgen trotz Traumwetter noch nicht so viele Menschen vor Ort. Als wir gegen Mittag dann in Richtung Baden-Baden fuhren, wurde es langsam voller und viele Radfahrer kamen hier oben an.

Die Burg besteht aus zwei Teilen: der Westburg mit dem um 1200 entstandenen Bergfried und der Ostburg. Sie kam vermutlich im 13. oder 14. Jahrhundert hinzu. Oben vom 20 Meter hohen Bergfried mit seiner Aussichtsplattform hat man wunderbaren Blick auf das Rebland, den Schwarzwald und das Rheintal. Eine Felskuppe bildet sein Fundament, darüber erhebt sich das Mauerwerk aus Porphyrquadern. Am Grund sind die Mauern weit über einen Meter dick. Die Landschaft rundum war besonders im Herbst auf Grund der wunderbaren Laubfärbung sehr eindrucksvoll.









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