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POINT PRIM

Weil uns bei unserem Besuch im Mai der Campingplatz in Digby so gut gefallen hatte, vor allem die Duschen dort, buchten wir Ende Juni noch einmal eine Nacht. Natürlich war es etwas voller als zu Beginn der Saison, aber der Blick über den kleinen Teich auf den gegenüberliegenden Park entlang der Shore Road war immer noch derselbe.

Dieses Mal sahen wir hier am Morgen sogar einen Fuchs, der den Weg entlanglief. Er hatte etwas im Maul, das wie ein Rothörnchen aussah, und verschwand an der nächsten großen Straßenkreuzung aus unserem Blickfeld.

Bevor wir weiter nach Long Island und Brier Island am Digby Neck fuhren, um dort Waltouren zu machen, wollten wir uns noch den nahegelegenen Leuchtturm an der Küste ansehen.

Point Prim ist eine felsige Landzunge etwa 8 bis 9 Kilometer nördlich von Digby. Sie markiert die westliche Einfahrt zum Digby Gut, einer schmalen, tiefen Meerenge, die die gewaltige Bay of Fundy mit dem geschützten Annapolis Basin verbindet, in dessen Umgebung Annapolis Royal und Port Royal liegen. Diese Passage ist wegen der extremen Gezeitenströmungen der Bay of Fundy seit jeher eine Herausforderung für die Schifffahrt.

Point Prim ist einer der ältesten Navigationspunkte an der Bay of Fundy. 1804 wurde hier erstmals ein Leuchtfeuer eingerichtet, doch das Bauwerk brannte bereits 1808 ab. 1817 entstand ein neuer Leuchtturm, der den Eingang zum Digby Gut sicherte. Am 16. März 1873 zerstörte ihn ein Feuer.

Bereits 1874 wurde der dritte Leuchtturm errichtet. 1964 ersetzte man ihn durch den heutigen, 14 Meter hohen Stahlbeton-Leuchtturm mit seinen markanten zwei roten Längsstreifen, der noch immer in Betrieb ist. Er ist zwar automatisiert, dient aber weiterhin als offizielles Navigationsfeuer der Canadian Coast Guard. Im Jahr 2015 wurde er als Heritage Lighthouse unter Denkmalschutz gestellt.

Der Leuchtturm steht auf einer hohen Felsküste und bietet einen der schönsten Ausblicke auf den Digby Gut. Eine passend gravierte Plexiglasscheibe, durch die man über die Meerenge schauen kann, zeigt von der richtigen Position aus anschaulich den Standort der früheren Leuchttürme.

Da wir am Morgen hier ankamen, fanden wir gleich einen Parkplatz neben dem Wendeplatz. Zuerst liefen wir ein Stück an der Küste entlang, die stellenweise steil abfällt. Sie besteht aus Basalt- und anderen vulkanischen Gesteinen, die Millionen Jahre alt sind. Teilweise geht es hier senkrecht runter.

Der darunter liegende Digby Gut ist außergewöhnlich: Er ist nur wenige hundert Meter breit, dafür aber sehr tief. Durch die Gezeiten der Bay of Fundy entstehen starke Strömungen und Wirbel, wobei Geschwindigkeiten von mehreren Knoten keine Seltenheit sind. Schon seit dem 19. Jahrhundert mussten Schiffe ihre Passage sorgfältig nach den Gezeiten planen. Der Leuchtturm war daher für Fischerei, Küstenschifffahrt und Handel immer von großer Bedeutung.

Drei Schiffe havarierten in diesen Gewässern: die SS Princess Louise, die Westport und die Agnes G. Donahue. Bei den Rettungsaktionen spielte die Station eine wichtige Rolle.

Wir hatten Glück und konnten vom Leuchtturm am Point Prim die Vorbeifahrt der Fähre MV Fundy Rose von Bay Ferries beobachten. Nach ihrer Abfahrt vom Fährterminal - an der Küste auf halber Strecke zwischen Digby und dem Digby Gut - passiert sie bereits nach etwa zehn bis fünfzehn Minuten den Leuchtturm auf ihrem Weg nach Saint John in New Brunswick. Ebenso fährt das Schiff kurz vor seiner Ankunft in Digby an Point Prim vorbei. Durch die erhöhte Lage des Leuchtturms bietet sich ein hervorragender Blick auf die Fähre, wenn sie den schmalen Digby Gut durchquert und Kurs über die Bay of Fundy nimmt.

Die Vorbeifahrt der Fähre täglich viermal gehört sicher zu den eindrucksvollsten Erlebnissen an diesem Ort. Wer das nicht verpassen möchte, sollte sich vorab die Fährzeiten ansehen.

Für die etwa 70 Kilometer lange Strecke benötigt das Schiff rund zwei Stunden und fünfzehn Minuten. Je nach Jahreszeit können von Point Prim aus sogar Wale, Schweinswale und Robben beobachtet werden. Leider hatten wir damit kein Glück. Im Leuchtturm befindet sich ein kleiner Souvenirladen, und man kann auch hinauf in den Turm bis zur Laterne steigen. Eintritt ist kostenlos, es gibt eine Spendenbox für den Unterhalt.

Rund um den Leuchtturm befinden sich mehrere Bänke, von denen aus man die Aussicht genießen kann. Kurze Wanderwege entlang der Klippen, Picknickplätze und Informationstafeln runden einen Besuch am Point Prim ab.

Wie an allen Leuchttürmen hier steht direkt daneben auch ein automatisiertes Nebelhorn. Bei gutem Wetter sicher kein Problem, wenn es auch nur etwas nach Nebel aussieht so sollte man Abstand halten. Diese Geräte können dann jederzeit losbrüllen und das kann gehörschädigend sein, wenn man zu nah dran steht!














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