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VERKEHR NOVA SCOTIA

Die Halbinsel Nova Scotia erstreckt sich an der Ostküste Kanadas südlich der Mündung des St.Lorenz Stroms von Südost nach Nordost über eine Länge von etwa 700 km. Dazu kommt die Landverbindung nach New Brunswick im Westen, parallel zu Prince Edward Island, der Isthmus of Chignecto mit einer Fläche von mehr als 100 x 70 km. Für eine Orientierung habe ich mal einige Tabellen angelegt. Schön für deutsche Touristen: Hinweistafeln, Verkersschilder und -Regeln arbeiten mit in Kanada mit km, nicht mit Meilen.

Grob betrachtet besteht Nova Scotia sogar aus Festland und einer großen Insel im Norden: Cape Breton Island. Diese Insel von ca. 160 x 80 km Ausdehnung liegt aber so nahe am südlichen Teil, dass es seit 1955 eine kombinierte Eisenbahn- und Strassenverbindung gibt. Dort wird die bis zu 65 Meter tiefe trennende Meeresenge Canso Strait auf einem etwa einen Kilometer langen aufgeschütteten Steindamm überquert. Über den verbliebenen schiffbaren Canso Canal auf der Nordseite führt eine 94 Meter lange Drehbrücke von 1379 Tonnen Eigengewicht, die, um große Schiffe passieren zu lassen, von einem Brückenführer zur Seite geschwenkt werden kann. Das ist die einzige Stelle auf Nova Scotia, wo es nur eine einzige Strassenverbindung gibt.

Auf Nova Scotia gibt es mehr Verkehr als auf Newfoundland, wobei sich allerdings 63% der Einwohner in der Mitte einem Gebiet von 80 km Radius um die Großstadt Halifax "drängen".

Auf der Webseite 511.novascotia.ca findet man für Nova Scotia ähnlich wie auf 511nl.ca für Newfoundland aktuelle Hinweise zu Straßenzustand, Staus und Baustellen. Hier sind auch sogar die Webcams direkt eingebunden, wo man sich relativ aktuelle Standbilder vom aktuellen Straßenzustand und das Wetter anschauen kann.

Auch auf novascotia.ca/tran/ gibt es aktuelle Hinweise zu Bauplanung, Strassensperrungen und Baustellen. Dort gibt es auch auf einer Seite alle Webcams gesammelt, die ebenfalls ein eher entspanntes Bild zeigen.

Besondere Aufmerksamkeit sollte man auch hier auf die Tankanzeige richten. Auch wenn die Bevölkerungsdichte hier vier mal so hoch ist wie auf Newfoundland und es viel mehr Kilometer Highway gibt, so hat auch Nova Scotia dünner besiedelte Ecken. Auch hier sind viele Tankstellen in kleinen Orten eventuell am Sonntag und/oder Montag geschlossen.



Fähren

Sollte man nicht mit dem Flugzeug in Halifax ankommen, so gibt es außer den Fährverbindungen von Newfoundland aus drei weitere wichtige Fähren. Die alten Webseiten der beiden Betreiber Bay Ferries und Northumberland Ferries sind inzwischen zusammengelegt unter ferries.ca. Damit wurden leider die alten Links zu den Deckplänen und Fähren-Layouts ungültig.

Die längste Strecke mit drei bis vier Stunden Dauer ist die internationale Fähre von Yarmouth im Süden hinüber nach Bar Harbor im Bundesstaat Maine in den USA. Hier läßt sich ein kombinierter Kanada-USA-Urlaub an der Ostküste mit dem Camper gut verwirklichen - hier sind die Pass-, ETA-, und Zoll-Formalien zwischen Kanada und den USA zu beachten. Die von Bay Ferries betriebene Verbindung ist aber nur saisonal in Betrieb, 2026 war dies vom 14. Mai bis zum 14. November. Die High-Speed Fähre "The Cat" fährt laut Plan jeden Morgen morgen um 9:30, und um 15:00 von Bar Harbor zurück, aber Dienstags und Mittwochs nur in der Hochsaison von 23. Juni bis 16. Oktober, und auch dann ist jeder zweite Dienstag ohne Fahrt. Besonderheit: In Yarmouth geht es vorwärts auf die Fähre hinauf und auch hinunter, in Bar Harbour muss man seinen Camper rückwärts einparken bzw. auch rückwärts herausfahren! Der große Katamaran mit 91 Metern Länge und 26 Metern Breite bietet Platz für 600 Passagiere und etwa 150 Fahrzeuge, Hochgeschwindigkeit ist mit 40 Knoten oder etwa 74 km/h ernst gemeint. Etwas mehr Info zum Angebot auf der Fähre selbst gibt es hier.

Von Digby an der Bay of Fundy geht es in etwa 2 Stunden quer hinüber zum Kanadischen Festland nach Saint John in New Brunswick. Die "MV Fundy Rose" verkehrt das ganze Jahr über, in der Hauptsaison sogar zweimal pro Tag, hat aber im Plan für 2026 vom 27.Mai bis 04.Juni ein Wartungsfenster ohne Fahrten. Mit dieser Fähre kann man eine Fahrt auf die Festlandseite der Bay of Fundy und von dort durch den Fundy NP nach Prince Edward Island arrangieren, ohne lange Strecken doppelt fahren zu müssen. Die moderne Fähre hat Platz für 600 Personen und ca. 115 Fahrzeuge, aufgrund des extrem großen Tidenhubs in der Bay of Fundy ist die Überfahrt angeblich besonders spektakulär. Etwas mehr Info zum Angebot auf der Fähre selbst gibt es hier.

Die dritte Verbindung geht weiter im Norden in etwa 75 Minuten von Caribou hinüber nach Wood Islands auf Prince Edward Island, ebenfalls in der Provinz New Brunswick, und ist eine Alternative, wenn man nicht zweimal über die Brücke im Westen der Insel fahren möchte. Der Betrieb findet mehrfach täglich statt, allerdings nur zwischen dem 01.Mai und 20.Dezember, in der Hochsaison von 15.Juni bis 17.Oktober häufiger. Es gibt zwei Schiffe, die "MV Confederation" und die "MV Holiday Island" für jeweils 600 Passagiere und ca. 200 Fahrzeuge bei etwa 100 Meter Länge. Es gibt außer den Aufenthaltsbereichen mit Sitzen auch Aussichtsdecks und eine Snackbar.

Wie auf allen Fähren mit getrennten Fahrzeug- und Passagierdeck ist es auch hier in allen Fällen nicht gestattet während der Überfahrt zu seinem Fahrzeug zu gehen oder dort zu bleiben.

Achtung: In der Seefahrt haben sich allerlei altertümliche Entfernungsangaben gehalten, hier rechnet man noch mit Seemeilen, und beim Buchen und boarding der Fähre möchte man die Länge des Fahrzeugs in Fuß wissen!



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